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Startseite » Roman » SCIENCE FICTION » Bilder um 11

SCIENCE FICTION: Bilder um 11

Verlag: Heyne Verlag
Ausgabe: Hardcover
Original-Titel: Picture at 11
Erschienen: 01 / 1997
ISBN: 3-453-12640-8
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Inhalt:
KLAX-TV in Los Angeles ist ein kleiner regional operierender Fernsehsender. Für seine Angestellten ist KLAX entweder ein Sprungbrett oder die Endstation – für die meisten ist sie letzteres. Toby Inman ist Nachrichtensprecher bei KLAX. Einst in der Provinz ein heller Stern, ist er in Los Angeles nur noch ein kleines Licht mit Kindern und einer Frau, die sich mehr von ihrem Leben erhofft hat.
Im üblichen Verkehr und Smog scheint es ein ganz normaler kalifornischer Tag zu werden. – Wäre da nicht ein gewisser Umweltskandal und das Grüne Armee Kommando.

Eben war KLAX noch ein unbedeutender Sender und plötzlich steht er im Mittelpunkt einer Terror-Aktion. Vor der Küste von Los Angeles sollen Meerwasserreaktoren gebaut werden. Die Bürger sollen darüber abstimmen. Die Terroristen planen die Medien zu nutzen, um die Wahl gemäß ihrer Überzeugung zu manipulieren – besser gesagt, die Wähler sollen erpresst werden. Denn andernfalls geht KLAX mit einem großen Knall in die Luft.

Aber nicht nur die Terroristen versuchen aus der Aktion ihren Nutzen zu ziehen. Die Geiselnahme wird zu einem medialen Ereignis im ganzen Land. KLAX ist auf einmal jemand. Toby Inman hat unerwartet seine Chance, auf die er jahrelang gewartet hat und weiß doch nicht, ob er lebend aus der Sache herauskommt. Die Terroristen hingegen finden sich nicht nur von den Regeln der multimedialen Gesellschaft überrascht, sondern auch von ihrem Erfolg. Die Wahl geht so aus, wie sie es gewollt hatten.

Warum also aufhören, wenn alles so gut läuft? Die Macht hat das Volk, der Verbraucher. Bestimmte Kaffeesorten nicht mehr kaufen, um das Regime eines südamerikanischen Landes zu erpressen? Der Präsident der USA soll in den Sender kommen, oder die Bombe platzt?
Und natürlich gibt es da noch FBI, CIA und die Cops, denen ganz gewaltig der Abzugsfinger juckt.

Meinung:
Eines vorneweg: "Bilder um 11" hat eigentlich unter einem Science Fiction-Label nichts zu suchen. Vielmehr ist es ein gesellschaftskritischer Roman, unter dessen ernster Oberfläche immer wieder die Satire hervorplatzt.

Vor dem Wissen um das tatsächliche Fernsehgebaren vor und hinter den Kameras fällt es schwer zu glauben, dass die Spitzen des derzeitigen Realismus noch zu toppen sind, ohne dass es vollends lächerlich erscheint. Aber Norman Spinrad gelingt dieser Spagat auf lustige und spannende Weise. Die Geschichte erstreckt sich über einige Tage und es stellt sich immer wieder die Frage, wer die Macht über das Geschehen hat: Die mit der Hand an der Maschinenpistole oder die mit der Hand an der Kamera.

Einschub: Vor dem 11. September 2001 erschienen mir Terroristen, die ihre Botschaft auf dem Fernsehschirm verbreiten, geradezu eine lächerliche Vorstellung – auch wenn hierzulande die RAF einen medialen Erfolg verbuchen konnte. Genutzt hat es ihnen freilich nichts. Heute erfolgen solche Ausstrahlungen weltweit und durch das Internet auch noch rund um die Uhr und es lacht niemand mehr.

Norman Spinrad schafft Terroristen, die in den USA Sympathie erfahren, obwohl sie eine internationale Mixtur sind, allen voran der – leider – obligatorische böse Deutsche, den die us-amerikanische Medienhörigkeit völlig überrollt und schließlich anspornt. Die Handlung erfolgt in kurzen Rahmenabschnitten und Spinrad überrascht mit seinen Einfällen immer wieder – fast so, als habe er selber einmal Lust, seine Satire auf die Probe zu stellen. Je länger man in der Handlung drin ist, umso glaubhafter wird sie, weil der Leser nicht nur die Fernsehbilder "sieht", sondern auch weiß, was sich zugleich auch hinter der Kamera abspielt.

Fazit:
Spannend, bissig, gemein und unglaublich echt – Science Fiction ist es nicht, doch in seinem Thema (Medien-Satire) wohl einer der besten Romane der letzten Jahre.

Bildquelle: Heyne Verlag

[ mn ]


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Autor: Norman Spinrad
Übersetzer: Peter Robert


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