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Startseite » Roman » SCIENCE FICTION » Eden-Trilogie - Diesseits von Eden

SCIENCE FICTION: Eden-Trilogie - Diesseits von Eden

Verlag: Goldmann Verlag
Ausgabe: Taschenbuch
Original-Titel: West of Eden
Erschienen: 08 / 1984
ISBN: 3-442-08409-1
Bestellen bei: Amazon

Inhalt:
Was wäre, wenn die Saurier nie ausgestorben wären? Wenn sie Zeit gehabt hätten, sich zu einer intelligenten Spezies zu entwickeln?

Tanu töten keine Tanu – aber die Zeiten ändern sich, genauer gesagt, die Klimazonen unterliegen schweren Veränderungen. Die Tanu-Stämme (Menschen), die in den Gebieten des hohen Nordens leben, hatten in der Vergangenheit keinen Grund einander zu bekriegen. Doch die Winter werden härter, die Frühlingstemperaturen bleiben aus, die Nahrung wird knapp. Eine Alternative für die Tanu wäre, in die südlichen Regionen zu ziehen ...
gäbe es nicht eine weitere Rasse, denn die Tanu sind nicht die einzigen intelligenten Lebewesen auf dem Planeten Erde.

Während einer sommerlichen Jagd einer kleinen Gruppe Tanu weit im Süden kommt es an einem Strand zu einer Begegnung mit den Murgu (Saurier, Echsen). Die Tanu halten sie für Missgeburten der Natur, so wie diese Murgu den aufrechten Gang imitieren, die Tanu nachahmen. Die Tanu töten die Murgu, alle.

Das Verhängnis nimmt seinen Lauf. In Wahrheit waren die Murgu Yilanè, Angehörige einer intelligenten Saurier-Rasse, die am Strand ihre Jungen zur Welt bringen wollten. Vaintè, die Vorsteherin einer neuen Stadt, ist fassungslos und wütend über diesen barbarischen Akt. Sie befiehlt die Identität der Mörder herauszufinden. Als eine Jägerin der Yilanè einen Tanu tötet und diesen Leichnam auf einer Versammlung präsentiert, vermuten die Yilanè eine halbintelligente Säugetierart hinter dem merkwürdigen Äußeren. Doch intelligent oder nicht, diese Wesen stellen eine Gefahr dar. Eine Jagdexpedition der Yilanè soll so viele dieser Zweibeiner wie möglich zur Strecke bringen.

Dabei wird der achtjährige Kerrick, ein Tanu-Junge, von den Yilanè gefangen. Anfangs von den Yilanè als Forschungsobjekt und Experiment betrachtet, entdeckt Vaintè bei dem Jungen eine Besonderheit: Kerrick kann die Unwahrheit sagen, und das ist eine kulturelle Eigenschaft, die den Yilanè völlig abgeht. Fortan wird Kerrick zu ihrem Instrument, das ihr nicht nur die Macht sichern, sondern auch zur endgültigen Vernichtung der Tanu beitragen soll. Kerrick wird im Laufe des Erwachsenwerdens zusehends von der Kultur der Yilanè vereinnahmt, bis er eines Tages aufbegehrt und ihm nach jahrelanger Gefangenschaft die Flucht gelingt. Mit seinem Wissen über das Leben der Yilanè wird er zur letzten Hoffnung für die Tanu.

Meinung:
Der Reiz des Romans liegt nicht nur in der spannenden, gut erzählten Geschichte. Die Kulturen, insbesondere die der Yilanè, sind bis ins kleinste Detail durchdacht. Die Tanu, zu Beginn die typischen Steinzeitmenschen, zeigen nach und nach auch eine kulturelle Differenzierung: Wildere Stämme, die Säbelzahntiger zur Jagd abrichten, oder die Sasku, Verwandte der Tanu, die das Jäger-und-Sammler-Dasein aufgegeben haben und während ihrer Sesshaftigkeit viele Techniken wie den Ackerbau entwickelten.

Faszinierend sind die Yilanè, denn ihre Technologie beruht auf lebenden Wesen. Ihre Städte wachsen im wahrsten Sinne des Wortes. Seien es die Hesotsan, Tiere, die zu einer Art Schießstock mit vergifteten Pfeilen weitergezüchtet wurden oder einfache Vogelarten, die man zu Spähern abrichtet, einfach jeder Gebrauchsgegenstand ist ein lebendes Wesen. Der Ideenreichtum, der hier zu Grunde liegt, bietet in jedem Kapitel des umfangreichen Romans neues.

Nicht nur eine nahende Eiszeit bringt Veränderungen für die Kulturen. Bei den Yilanè entsteht nach Jahrtausenden zum ersten Mal eine Religion. Nichts könnte ihre angestammte Lebensart mehr in den Grundfesten erschüttern.

Ebenso genau wie die Welt werden die Charaktere geschildert. Obwohl Vaintè, die Yilanè, die Tanu abgrundtief hasst, ist ihre Motivation auf ihrer kulturellen Basis absolut nachvollziehbar. Kerrick, ihr Widerpart, demonstriert den Wanderer zwischen den Welten, denjenigen, der nach seiner Gefangenschaft erst lernen muss, was sein eigenes Volk ausmacht und der sich – wenn auch manchmal schweren Herzens – mit den Tanu gegen seine Peiniger wendet.

Fazit:
Das Buch ist sehr komplex in seiner Geschichte und seinem Hintergrundmaterial. Wer es mag, mit einer enormen Detailfülle in eine Geschichte hineingezogen zu werden, wird hier auf das Beste bedient.
(Das Buch ist leider vergriffen, da es Mitte der 80er Jahre erschien. Doch es lohnt sich, in Antiquariaten danach Ausschau zu halten.)

[ mn ]


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Autor: Harry Harrison
Übersetzer: Walter Brumm


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