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HORROR: Dracula

Verlag: Universal Music
Ausgabe: Hörbuch
Erschienen: 2003
ISBN: 3829113110
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Jonathan Harker reist in das ferne Transsylvanien, um dem Grafen Dracula die Papiere über das Grundstück im Herzen Londons zu überbringen. Die Reise erweist sich als äußerst merkwürdig. Die Menschen sind seltsam abergläubig und als sie erfahren, welches Reiseziel Harker hat, versucht man ihn gar zu überreden, von seinem Ziel abzulassen. Aber Harker lässt sich nicht beirren. Im Schloss des Grafen angelangt, räumt er sich allerdings schnell eigene Zweifel ein. Das Grauen geht im Schloss um. Ungewöhnliche Geräusche, die Umkehrung herkömmlicher Gravitation, ein Graf, der nur des Nachts auftritt und an den Außenwänden des Schlosses entlang klettert. Als die vampirischen Konkubinen sich über Harker hermachen, ist es beinahe um ihn geschehen. Denn sollte ihr Blutdurst ihn nicht töten, könnte es der ihn ereilende Wahnsinn schaffen.

In London sorgt sich Harkers Verlobte Mina um den jungen Mann. Und ihre Sorge ist nicht unbegründet. Harker gelingt zwar die Flucht, aber das Grauen ist noch lange nicht beendet. Dracula findet seinen Weg nach England. Eines seiner Opfer ist Minas Freundin Lucy. Mina freilich ahnt nichts davon, was mit ihrer Freundin geschieht, denn sie hat kurzzeitig England verlassen, um Jonathan Heim zu holen. Lucy wird zu einer Widergängerin. Die Zeitungen berichten von Kindern mit Bisswunden an den Kehlen. Die Männer um den herbeigerufenen Professor Van Helsing machen sich auf die Jagd nach der untoten Frau.
Sie können ihr den Frieden bringen. Doch Dracula hat noch lange nicht aufgegeben. Sein nächstes Ziel heißt Mina. Der Horror holt Jonathan Harker ein weiteres Mal ein.

Die Stimmen sind außergewöhnlich gut ausgewählt und das Zuhören ist wirklich ein Genuss. Überrascht war ich von Lutz Riedel. Vielen wird der Name nichts sagen, aber als Synchronstimme von Timothy Dalton (James Bond, Rocketeer, Cleopatra u. a.) ist er besser bekannt. Da ich zu der Stimme ein eher aalglattes Gesicht vor Augen hatte, ist die Umgewöhnung auf die Person des Vampirs Dracula zuerst etwas schwierig. Sehr schnell allerdings lässt sich diese Bekanntheit abschütteln. Lutz Riedel verleiht dem Grafen mit einem leichten Akzent sehr viel Tiefe und bald schon bringt er den Grusel sehr gut in die Ohren des Zuhörers.
Fast schon zu gut, denn die dichte Atmosphäre, die schon beim Lesen des Buches durch die Tagebucheinträge entsteht, wird hier durch die Stimme des Grafen verstärkt. Nach und nach vergisst man als Zuhörer das Gesicht des Schauspielers (falls es einem bekannt war) und erhält dafür ein wirklich schauriges Antlitz, mal alt, mal jung, verschlagen und stark.

Uli Plessmann gibt sich als Professor Van Helsing wirkliche Mühe, aber mir klingt er ein wenig zu jung. Dieser Eindruck soll seine Leistung nicht schmälern, die außer Frage steht. Leider haben sich zu viele ältere Van Helsing-Darsteller in mein Gedächtnis eingegraben und Plessmann kann mit seiner Stimme dieses Alter nicht leisten. Erfreulich aber ist seine Leistung als Widerpart von Dracula. So gesehen schenken sich Lutz Riedel und Uli Plessmann nichts. Sie sprechen wirklich wie zwei Seiten einer Medaille.

(Ich gebe zu, ich hätte lieber Wolf Rathjen in der Rolle des Van Helsing gehört. Hier tritt er als Mr. Hawkins auf, Jonathans Auftraggeber. Seine Stimme ist alt, weil er schon ein gestandener Mann ist. Wie auch die Figur Hawkins ist Herr Rathjen inzwischen verstorben. Einigen Hörern wird er von so manchem Europa-Hörspiel her bekannt sein, wo er neben Andreas von der Meden einer der ganz großen Sprecher war.)

Auch die weiblichen Sprecher dürfen nicht vergessen werden. Dieser Aspekt ist nicht unerheblich, da der Roman von Bram Stoker – wie klassische Vampirgeschichten allgemein – auch die eine oder andere erotische Tiefe hat. Diese Erotik wird von den Sprecherinnen der Mina Harker (Kristina von Weltzien) und insbesondere der Lucy Westenraa (Jennifer Böttcher) sehr schön in Szene gesetzt. Die Unterschiedlichkeit der beiden Persönlichkeiten, Lucy als die frivolere von beiden, Mina als die der Gesellschaft zugeneigten jungen Frau, die gegen ihr Verlangen kämpft und für ihre Treue zu Jonathan.

Robin Brosch als Jonathan Harker weiß sehr zu gefallen. Seine Geschichte innerhalb des Romans ist auch eine Wandlung. Wie er von einem relativ unerfahrenen jungen Mann zu einem Kämpfer voller Zorn wird, ist sehr gut dargestellt. Mal erzählt er wirklich mit der Langweiligkeit eines Geschäftsmannes, eines Maklers, dann ist er der Mann, der Rache will und seine Frau retten will.

Stephan Schwartz wird den meisten als Name nichts sagen. Als Synchronstimme von Tom Cruise, später von Andy Garcia ist er bekannter. Fernsehzuschauer kennen ihn von seiner Rolle in der Serie "Freunde fürs Leben". Schwartz tritt hier sogar in gleich zwei Rollen auf, als Arthur Holmwood und Lord Godalming. Sein Entsetzen, als Van Helsing (Uli Plessmann) ihm enthüllt, er wolle der toten Lucy den Kopf abschlagen, ist furchtbar gut. Schwartz reiht sich in die Riege der absoluten Profis ein, die hier versammelt sind und es zeigt sich, dass es sich um Schauspieler handelt und nicht einfach nur um Erzähler.

Aber die Stimmen sind es nicht allein, die das Vergnügen dieses Hörbuches ausmachen. Die einleitende Musik zum dritten Abschnitt (CD) des Hörbuches zum Beispiel jagt einem wirklich einen Schauer über den Rücken – obwohl es sich dabei um klassische Musik handelt und keinen eigens für das Buch geschriebenen Soundtrack.
Dieses Buch ist weniger Hörbuch als Hörspiel und sollte wirklich so gehört werden. Der klassische Grusel der Handlung ist vortrefflich eingefangen und überträgt sich nicht zuletzt wegen der sehr guten Untermalung, musikalisch ebenso wie durch die Soundeffekte. Allen Sprechern kann nur bescheinigt werden, dass sie mit großem Engagement ihrer Arbeit nachgehen.

Als Zuhörer (und Fan des Grusel-Genres sowieso) bleibt einem nichts anderes übrig, als von diesem Hörspiel begeistert zu sein. Wer das Buch gelesen hat und gemocht hat, sollte sich unbedingt die Hörspiel-Version gönnen und wird noch viele weitere Facetten der Geschichte entdecken, die nur durch die exzellenten Sprecher und Sprecherinnen zutage gefördert werden.

[ mn ]


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