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HORROR: Untot

Verlag: Goldmann Verlag
Ausgabe: Taschenbuch
Erschienen: 01 / 1990
ISBN: 3-442-08071-1
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Inhalt:
Vor zehn Jahren bedrohte eine Epidemie, eine Seuche den Osten und den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten. So wird jedenfalls heute behauptet – oder besser gesagt: Die Regierung hat per Gesetz verboten, irgend etwas darüber zu behaupten.

Fakt ist, dass sich die USA einer Invasion durch menschenfressende Zombies gegenüber sah. Bis geeignete Gegenmaßnahmen erkannt und ergriffen werden konnten, herrschte durch die Angriffe bereits heilloses Chaos vor. Vermutungen wurden angestellt, die besagten, dass eine abgestürzte Venus-Sonde mit ihrer Strahlung die Leichen wiedererweckt habe. Doch diese Vermutungen haben keinen Einfluss auf das Geschehen.

Wie auch immer die Regierung entschieden hat, die Bevölkerung hat die Vorkommnisse nicht vergessen. Während einer Beerdigung erreicht die Trauernden die Nachricht, ein vollbesetzter Bus sei verunglückt. Sofort machen sich die Leute auf den Weg zum Unfallort. Aber nicht, um zu Hilfe zu eilen. In ihrem Gepäck haben sie Metallpflöcke, die sie den Unfalltoten in die Schädel treiben wollen, damit die Toten auch tot bleiben. Bevor sie ihr Vorhaben beenden können, werden sie allerdings von der Polizei unterbrochen.

Bald beginnt es wieder von neuem: In Beerdigungsinstituten, Leichenhallen und Krankenhäusern erwachen die Toten und machen sich auf die Suche nach Menschenfleisch. In dem Durcheinander kommt es jedoch im Gegensatz zum ersten Angriff der lebenden Leichen vermehrt zu Plünderungen, Überfällen und anderen menschlichen Abartigkeiten. Auf einer Farm indessen hat sich ein Vater mit seinen drei jugendlichen Töchtern verbarrikadiert. Über die Hügel und die Maisfelder nähern sich die ersten Untoten. Hilfe naht mit drei Männern von der Staatspolizei, die von den Ereignissen bei einem Gefangenentransport überrascht wurden – so scheint es wenigstens, denn aus der vermeintlichen Hilfe wird schnell eine noch größere Bedrohung.

Meinung:
Obwohl John Russo auch den Roman zu "Die Nacht der lebenden Toten" schrieb, dem Film, mit dem George A. Romero die Grundlage für eine Zombie-Welle im Kino schuf, hält sich der vorliegende Roman mit der Darstellung von Gewaltszenen ziemlich zurück. Einiges mag ekelhaft anmuten, ist aber auch nicht ekelhafter als die Beschreibung einer Obduktion – und wird generell in wenigen Sätzen abgetan. Zwar sind die Zombies in diesem Roman Leichenfresser und entsprechend gefährlich, aber die weitaus größere Gefahr geht von den Menschen aus – Gier und Dummheit sind meist die Ursachen dafür.

Ob es wahr ist, dass den Zombie-Filmen von Romero eine bitterböse Gesellschaftskritik zu Grunde liegt? Russo zeigt jedenfalls, dass echter menschlicher Zusammenhalt eine Macht schaffen würde, der Zombies nichts anhaben könnten. Russos Humor ist pechschwarz – sofern der Leser gewillt ist, die Komik in mancher Situation anzuerkennen.

Fazit:
Verglichen mit heutigen Romanen ist das Buch recht dünn. Länger dürfte es aber auch nicht sein, denn die Geschichte gibt nicht mehr her. Wer ein wenig zwischen den Zeilen liest, wird kurzweilig unterhalten. Für alle anderen wird es der typische Groschenromanhorror sein, den man nicht gelesen haben muss.

[ mn ]


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Autor: John Russo
Übersetzer: Angelika Weidmann


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