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FANTASY: Momo

Verlag: Thienemann Verlag
Ausgabe: Hardcover
Erschienen: 7 / 2005
ISBN: 3522177509
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Eines Tages ist Momo einfach da. Woher sie kommt, weiß niemand zu sagen, auch sie nicht. Sie sitzt in diesem alten Amphitheater, wo sie schließlich von vielen Erwachsenen aus der Umgegend gefunden wird. Die Erwachsenen fragen sich, wo sie Momo unterbringen können. Momo möchte allerdings lieber in der alten Ruine bleiben. Die Erwachsenen erliegen dem Charme des kleinen Mädchens. Solange man Momo gut aufgehoben weiß, kann sie auch dort bleiben. Alle werfen ihre Fähigkeiten in einen Topf und machen es Momo in einem kleinen erhaltenen Raum der Ruine schön.
Das Leben entwickelt sich wie in kleinen schönen Träumen.

Die Menschen kommen Momo besuchen, sie verbringen Zeit mit ihr und Momo hört ihnen zu. Momo kann sehr gut zuhören. Sie sagt nichts, sitzt nur da, bis die Leute mit dem Reden beginnen.
Hinterher geht es ihren besser. Bald kommen immer mehr Leute zu Momo, ja, gar Streithähne werden zu Momo geschickt. Es wirkt und die Streitenden lassen alles heraus, bis alles gesagt ist und sie sich wieder vertragen können.
Auch die Kinder besuchen Momo gerne. Da wird ein Amphitheater schon einmal zu einem riesigen Forschungsschiff, das auf den unendlichen Weltmeeren kreuzt.
Besonders viel Zeit verbringt Momo mit ihren Freunden Beppo Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer, der eine alt, der andere jung, könnten sie in ihren Charakteren unterschiedlicher nicht sein. Doch die beiden verstehen einander außerordentlich gut.

Alles ändert sich in diesem beschaulichen Leben, als die grauen Herren auftauchen. Zug um Zug wird es kälter im Leben der Menschen. Geld zu verdienen wird zum wichtigsten Lebensinhalt. Zeit sparen, schneller und effektiver arbeiten, wird zur Devise auserkoren. Nach und nach kommen Momos erwachsene Freunde seltener und auch die Kinder leiden darunter. Als Momo sich an eine Begegnung mit einem grauen Herrn erinnert und sie anderen davon erzählt, wird sie zu einer Bedrohung für die Fremden.

Da erscheint eine kleine Schildkröte. Momo folgt dem langsamen Lebewesen, wird beinahe unsichtbar und gelangt vorerst in Sicherheit.

Momo ist ein Kinderbuchklassiker, aber nicht nur für Kinder lesenswert.

Die Geschichte, rein oberflächlich gelesen, ist ein wunderbares Märchen. Das Kinderspiel und die Phantasie versetzen den Leser in eigene Kindertage, sofern er selber nicht noch Kind ist. Die von Ende beschriebenen Kinderspiele sind es denn auch, die vor Jahrzehnten zum Alltag gehörten. Kinder dachten sich Geschichten aus und erlebten sie. Die Mittel zum Spiel waren gering und so wurde aus einem alten Amphitheater ein riesiges Forschungsschiff.

Die Geschichte von Michael Ende lebt von der Magie des Alltäglichen, von der Art und Weise, wie er das Märchen Einzug in die Wirklichkeit halten lässt.
Hier ist es die Hektik, die Jagd nach der fehlenden Zeit, das Einsparen von Zeit und letztlich die Menschlichkeit, die unter all dem leidet. Erhöhte Leistung bei der Arbeit wird nicht dazu genutzt, um beispielsweise mehr Zeit mit den Kindern zu verbringen. Eingesparte Zeit verpufft einfach, sie verschwindet und nützt in der Konsequenz niemandem.
Das ist hier natürlich nicht ganz richtig. In Endes Geschichte sind es die grauen Herren, Zeitparasiten, die sich das kostbare Gut des Menschen einverleiben und ihn zu noch größerer Eile antreiben, damit sie mehr Zeit zur Verfügung haben, die sie in Form von Zigarren verpaffen können und somit ihr armseliges Dasein fristen.
Einzig Momo, ein Kind, ist vor diesen grauen Herren zuerst gefeit, kann sie sogar erkennen. Und sie ist das einzige Kind, denn selbst ihresgleichen wird nach und nach von der falschen und künstlichen Hektik ergriffen.

Die Märchenhaftigkeit der Geschichte würde allerdings nichts vollends begeistern, wenn die Charaktere nicht so liebevoll angelegt wären. Nach und nach kann der Leser die kleine Momo geradezu vor sich sehen, wie sie vor ihren Besuchern sitzt und diese mit großen Augen und offenen Ohren ansieht.
Er sieht Beppo Straßenkehrer und Gigi Fremdenführer, Charaktere, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten und dennoch passen sie wunderbar zueinander. Sie dienen einerseits als Beispiel wie trefflich das Leben und das Miteinander sein kann und wie verführerisch trotzdem die Geradlinigkeit eines absolut durchorganisierten Lebens sein kann.

Am Ende dieses Gleichnisses auf eine zunehmend gefühlskalte Welt steht das altmodische Happy End. Nichtsdestotrotz ist Endes Geschichte, wie jeder Klassiker, zeitlos und immer noch aktuell.

[ mn ]


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Autor: Michael Ende


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