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Startseite » Roman » FANTASY » Gevatter Tod

FANTASY: Gevatter Tod

Verlag: Heyne
Ausgabe: Taschenbuch
Original-Titel: Mort
Erschienen: 1987
ISBN: 3-453-04290-5
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Tod braucht einen Lehrling. Er findet ihn in dem Bauernsohn Mort und nimmt ihn in seine Dienste.
Mort arbeitet fortan als Tods Gehilfe und geleitet an seiner Statt die Toten ins Jenseits.
Eines Tages soll die schöne Prinzessin Keli ermordet werden und von Mort ins Totenreich geleitet werden. Dieser hat sich jedoch in die schöne Frau verliebt, bringt stattdessen den Attentäter um - und verändert so die Realität.
Obwohl Prinzessin Keli noch lebt, wird sie vom gesamten Rest der Welt für tot gehalten. Außerdem beginnt die Realität, Morts Veränderung wieder einzuholen und hält, vielleicht nicht mit rasender Geschwindigkeit aber unglaublicher Beharrlichkeit, auf Kelis Palast zu. Und in Wirklichkeit ist Keli nunmal tot.
Mort versucht verzweifelt, etwas an Kelis Schicksal zu verändern - und macht dabei einige unangenehme Veränderungen durch...

"Gevatter Tod" zählt zu Pratchetts ersten Werken der Scheibenwelt (Nummer 4, um genau zu sein) - und auch zu seinen besten. Es ist auch das erste Mal, dass die beliebte Figur Tod ihren ersten Auftritt als Hauptfigur hat. Wo der Tod früher als ein eher bösartiges Wesen dargestellt wurde, ist er nun die völlige Neutralität, die man von einem ordentlichen Tod auch erwarten sollte. Nun, Mort ist nicht neutral - und daraus ergibt sich eine interessante Kombination: Ein Mensch, der die Aufgabe eines höheren Wesens übernehmen und völlig neutral sein soll. Das funktioniert natürlich nicht - und wurde von Terry Pratchett kongenial umgesetzt.

Sämtliche Ideen, die man vielleicht aus späteren Büchern schon kennt, geben hier ihre ersten Auftritte. Sei es Tods kauziger Diener Albert, Tods wundervoll in schwarz ausgestattete Villa oder Tods liebreizende Tochter. Ansonsten ist die typisch intelligente Kreativität des Altmeisters wieder am Werk. Von Grund auf komplizierte Gedankengänge bringt Pratchett dem Leser mit einfachen und vor allem zum Brüllen komischen Metaphern da. Beispiel gefällig? Die Erklärung dafür, dass sich die Realität wieder auf Keli zu bewegt, wird mit dem "gespannten Gummiband der Realität, das wieder zurückschnappt" beschrieben. So funktioniert auch der gesamte Witzcocktail von Pratchett: Herrliche Metaphern, zum Schreien komische Vergleiche, völlig abgedrehte Charaktere und herrliche Dialoge, die zwischen sinnlos und sinnvoll pendeln reizen die Lachmuskeln bis aufs Äußerste. Das funktioniert in einigen anderen Pratchett-Büchern zwar noch ein wenig besser, ist aber hier schon auf dem hohen Standard, den man von Pratchett eigentlich gewohnt ist.

Nur zum Schluss hat man mal wieder ein paar Probleme, Pratchetts Gedankengänge beim ersten Mal nachzuvollziehen. Seine Ideen sind zwar einmal mehr großartig, kreativ und intelligent, aber auch verworren und undurchsichtig. Wenn es gleich beim ersten Mal klappen würde, hätte man vielleicht ein wenig mehr Spaß...

Aber wie dem auch sei, "Gevatter Tod" ist ein großartiges Buch. Immer noch nicht mein Lieblingsbuch von Terry Pratchett, aber auf jeden Fall eines seiner besseren.
Fazit: Ein Buch, das zugleich anspruchsvoll und zum Brüllen komisch ist. Großartig!

Rezension erstellt von Der Doktor
Mit freundlicher Unterstützung von www.runners-heaven.net


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