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FANTASY: The Dark Tower 1 - The Gunslinger

Verlag: Plume Books
Ausgabe: Taschenbuch
ISBN: 0-452-28469-4
Bestellen bei: Amazon

Der letzte Revolverheld folgt dem Schwarzen Mann, geduldig, unerbittlich. Wo er hinkommt, war der Schwarze Mann bereits vor ihm und hat seine Spuren hinterlassen. Nie ist es etwas Gutes, manchmal ist es eine Falle, manchmal eine Versuchung, manchmal ein schlimmer Hinweis.
Bäume sind in der Landschaft schon lange nicht mehr zu sehen, um ihn herum ist nur noch Prärie, als der Revolverheld den kleinen Ort Tull erreicht. Auch hier hat die Durchreise des Schwarzen Mannes Narben hinterlassen. Zwar holte er einen Mann aus dem Totenreich zurück, doch hinterließ er auch ein dunkles Geheimnis bei der Saloon-Besitzerin Allie. Roland von Gilead, der Revolverheld, beginnt eine Affäre mit der einsamen Frau, durch deren Gesicht sich eine lange Narbe zieht. Nie darf sie die Zahl 19 aussprechen.
Die hinterlassene Falle wird deutlicher, als Roland die Predigerin Sylvia Pittston kennenlernt, die die Ortsansässigen gegen ihn aufhetzt. Doch erst zu dem Zeitpunkt, als Allie das verbotene Wort ausspricht, bricht sich der Wahnsinn seine Bahn. Roland, der Revolverheld, richtet ein Blutbad unter den Einwohnern an. Der Mann, dem Roland von diesen Erlebnissen erzählt, zeigt sich nicht sonderlich beeindruckt. Der Revolverheld lässt den Mann, der ihn freundlich aufgenommen hat, in der Tat unbehelligt und wandert weiter in die unbekannte Weite der vor ihm liegenden Wüste.

Ausgerechnet dort trifft er auf Jake, einen kleinen Jungen. Mit der Zeit gewöhnt er sich an den Jungen, der tapfer an seiner Seite wandert auf der Jagd nach dem schwarzen Mann. Jake erinnert Roland an seine eigene Kindheit, als er lernte ein Revolverheld zu werden. Es erinnert ihn an seinen Jugendfreund Cuthbert und an eine Welt, die geheimnisvoll war und erwachsenen Männern, die gnadenlos waren.
Aber die Vergangenheit liegt weit zurück und die Jagd nach dem schwarzen Mann genießt absolute Priorität. Wie nah Roland seinem Ziel ist, erkennt er, als er den Gejagten in weiter Ferne die Berge hinaufklettern sieht. Doch der schwarze Mann stellt Roland weiterhin auf die Probe. Er zwingt Roland, das Leben des Jungen zu riskieren. Und Roland entscheidet sich für sein Ziel. Alles ist eigentlich nur Schicksal, es passiert, was passieren muss.

Stephen King hat mit der Saga um den dunklen Turm sein eigenes Fantasy-Epos geschaffen. Die Entstehung aller sieben Teile zog sich über Jahrzehnte, die Entstehung des vorliegenden ersten Teils "The Gunslinger" dauerte immer noch mehrere Jahre. Es ist ein Buch, das, nach heutigen King-Kriterien, für den Autor relativ untypisch dünn ist. Untypisch ist allerdings nicht die Atmosphäre.
Das alptraumhafte Szenario ruft Erinnerungen an "The Stand" wach. Die Atmosphäre ist sehr dicht, obwohl sie aus verschiedenen kleineren Geschichten zusammengesetzt ist. King nahm sich der Bestandteile später noch einmal an, feilte, um den ersten Teil in einem besseren Zusammenhang zum Gesamtwerk zu setzen.

Der Meister des gepflegten Horrors hat öfter den Pfad seiner gruseligen Geschichten verlassen, als man oberflächlich betrachtet glauben mag. "Green Mile" oder "Dolores" sind nur zwei kleine Beispiele. "The Gunslinger" verbindet ein Endzeit-Szenario mit dem Western-Genre, sanftem Grusel und jenen Rückblicken, die King so gerne in seine Geschichten einbaut, um den Charakteren mehr Profil zu geben. Was dabei herausgekommen ist, ist eine einzigartige Fantasy-Atmosphäre, die gegen jede Regel anläuft, vielleicht sogar ein eigenes Genre begründet.
Diese Neuerung, die dahinter laufende Idee, ist dergestalt, dass der Leser eigentlich nur zwei Möglichkeiten hat: Er liebt es oder hasst es.

Roland, der Revolverheld, jagt den schwarzen Mann, eine Übergestalt, die immer wieder in Rolands Leben eingegriffen hat. Der schwarze Mann nimmt verschiedene Formen an, er benutzt die Menschen als Köder, als Falle und er führt Roland stets aufs Neue in Versuchung. Die Tests sind unmenschlich, die Fallen erbarmungslos gelegt. Roland stellt seine Jagd über seine Menschlichkeit. Die Zuneigung zu Allie opfert er allzu leicht, den Jungen, der ihn begleitet, den er zeitweise sogar beschützt, überlässt er gar zu leicht dem freien Fall. Und die Antworten, die er am Ende dafür erhält, nützen ihm nicht einmal sehr viel, da sie noch rätselhafter sind, als die gesamte vorherige Reise. Am Ende ist der schwarze Mann tot und hat mehr offene Fragen hinterlassen, als beantwortet zu haben. Dabei hatte der Reiseabschnitt mit Jake schon genügend Fragen aufgeworfen. Jake entstammte einer Welt, in der ihn ein Auto überfahren hatte. Er musste also sterben, um in Rolands Welt zu gelangen. Gemeinsam durchquerten sie eine unterirdisch gelegene Bahnhofsstation. Jakes Erzählungen, die Station, die Mutanten, die ihnen begegnen, all diese Details tragen alle zum geheimnisvollen Aufbau der Geschichte bei und zu seiner Ungewöhnlichkeit.

Nach seiner langen entbehrungsreichen Reise durch das Land, das sich in stetem Wandel befindet und doch in einer Beziehung zu unserer Welt steht, findet sich Roland an einem Strand wieder. Entweder ist der Leser an dieser Stelle besonders neugierig (auf die Fortsetzung) geworden oder hat das Buch bereits vorher genervt weggelegt. - Sofern einem der Hintergrund der Geschichte nicht behagte.
"The Gunslinger" ist ein Traum, vielleicht nicht immer logisch, aber immer spannend. Und bei aller Spannung gibt es aus diesem (Alp)Traum kein Erwachen, im Gegenteil. Stephen King schafft es, den Leser, hat er ihn erst einmal eingefangen, mit in seinen Traum zu nehmen und dann ist es gruselig gut.

Bildquelle: Plume Books

[ mn ]


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The Dark Tower 1 - The Gunslinger


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