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SCIENCE FICTION: Krieg der Welten (2005)

Ausgabe: Kinofilm
Produktion: 2005
Bestellen bei: Amazon

Ray Ferrier (Tom Cruise) ist ein ganz normaler Arbeiter. Am Hafen sorgt er für das Verladen von Containern, er fährt einen Ford Mustang und seine Ehe ging in die Brüche. Seine beiden Kinder, Rachel (Dakota Fenning) und Robbie (Justin Chatwin), wachsen bei ihrer Mutter und ihrem neuen Lebensgefährten auf. Als seine Exfrau mit ihrem Lebensgefährten zu ihren Eltern nach Boston fährt, vertraut sie Ray die Kinder an – schweren Herzens.
Die Schwierigkeiten, die Ray mit den Kindern hat, rücken alsbald vollkommen in den Hintergrund. In der Ukraine verursachen schwere Stürme Totalausfälle jeglicher Elektronik. Wenig später erreichen diese Stürme auch die Vereinigten Staaten. Wo die Blitze dieser merkwürdigen Gewitter einschlagen, bricht kurz darauf die Erde auf und gigantische Maschinen auf drei Beinen marschieren durch die Straßen. Die fremden Maschinen löschen jedes Leben aus, das ihnen begegnet.

Ray schlägt sich mit seinen Kindern in großen Flüchtlingsströmen durch das Land. Immer ist das Auftauchen von außerirdischen Mordmaschinen zu befürchten, angekündigt von einem brüllenden dumpfen Laut. Das Militär ist machtlos gegen die Angreifer, die von Schutzschilden umgeben sind. Ray versucht das Grauen von seinen Kindern fern zu halten. Es gelingt ihm nicht. Die kleine Rachel sieht Leichen den Fluss hinunter treiben. Sie muss mit anhören und -sehen, wie eine wütende Meute ihnen den Wagen stiehlt und wie der Mann, dem es gelingt, ihn zu klauen, schließlich erschossen wird. Sie muss mit anhören, wie ihr Vater einen Irren (Tim Robbins) umbringt, um sie davor zu schützen, von den Außerirdischen entdeckt zu werden.
Die Menschen sind nicht weniger grausam zueinander, als es die Außerirdischen sind. Am Ende, als alles versagt hat, entscheidet die Natur den Kampf für sich. Irdische Bakterien ersticken den Versuch der außerirdischen Angreifer im Keim. Zuerst verrotten die seltsamen roten Pflanzen, die immer mehr der Oberfläche überwuchern, schließlich werden die Fremden selbst von ihnen unbekannten Krankheiten dahingerafft.

Sie sind wieder da!
Bereits 1953 schlugen die Außerirdischen im Kampf der Welten zu. Basierend auf der Roman-Vorlage von H. G. Wells und dem genialen Hörspiel von Orson Welles hat das Thema (Außerirdische greifen die Menschheit an) immer wieder Roman- und Kino-Geschichten angeheizt. Ich halte es für keine gute Idee von Spielberg, sich an diesem Thema zu vergreifen. Mit Unheimliche Begegnung der Dritten Art und E.T. hatte er seine 15 Minuten (naja, etwas mehr) Berühmtheit. Das Problem, was sich dem Cineasten darbietet, ist, dass der Film nicht wirklich etwas Neues bietet. Spielberg erzählt gerne aus der Sicht von Otto Normalverbraucher (oder auch Joe Sixpack). Er schickte seine Akteure bereits durch die Hölle des Zweiten Weltkriegs. Deshalb gelingt ihm diese Dramatik auch nicht im Krieg der Welten, es nimmt sich eher wie ein Auftakt zum Independence Day aus.

Inzwischen möchte ich behaupten, dass Spielberg zu sehr in einer eigens von ihm hergestellten Betroffenheitsschiene gelandet ist.

Lässt der Zuschauer allerdings eine cineastische Vorkenntnis außer Acht, bekommt er ein unterhaltsames SF-Action-Spektakel. Der Mensch steht hier im Vordergrund, der Krieg gegen eine außerirdische Rasse ist eher eine Nebensächlichkeit. Der Feind scheint austauschbar. Ebenso hätten es die Russen sein können (wie einstmals im umstrittenen Die Rote Flut). Man kann sich als Zuschauer mit dem Film durchaus anfreunden. Spannend ist er allemal, obwohl das Ende gleich von Beginn an fest steht.

Die Tricks sind, wie in einem Film mit einem solchen Budget nicht anders zu erwarten, sehr gelungen. Die optische Interpretation der Dreibeiner (Tripods) ist in der Tat bedrohlich. Die Strahlen, die Fleisch und Feststoffe vernichten, Textilien merkwürdigerweise aber unberührt lassen, schaffen zusammen mit der eindrucksvollen Geräuschkulisse einen ziemlichen Horror.

Eine wenig bessere Bearbeitung hätte aber nicht geschadet. Als die Erde zum ersten Mal aufbricht und alle schreckhaft zurückweichen, ist es Mr. Cruise, der sich ein Grinsen nicht verkneifen kann. Welchem Menschen würde das Grinsen nicht vergehen, wenn vor ihm der Asphalt aufplatzt?
Und einige werden sich fragen, warum Mr. Cruise Mr. Robbins umbringen musste. Ganz einfach, Mr. Robbins begann Mr. Cruise die Show zu stehlen. Diese Szene ist etwas zu übertrieben in ihrer Dramatik. Vielleicht brauchen aber auch die Amerikaner diese Form der Dramatik, weil sie es sonst nicht schnell genug verstehen.
Doch auch das ist ein europäisches Vorurteil. Wie auch jene Klischees, die sich hier zuhauf finden.

Krieg der Welten ist Popcorn-SF-Kino.
Groß, auf amerikanische Art dramatisch, gewaltig. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
(Und wer am Ende genau hinschaut, wird auch den in Ehren ergrauten Hauptdarsteller aus Kampf der Welten als Großvater bei seinem Gastauftritt entdecken.)

[ mn ]


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Krieg der Welten (2005)


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Regie: Spielberg, Steven
Kamera: Kaminski, Janusz
Musik: Williams, John
Darsteller: Cruise, Tom
Fenning, Dakota
Chatwin, Justin
Robbins, Tim


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