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Startseite » Film » SCIENCE FICTION » Con Game - Das tödliche Spiel

SCIENCE FICTION: Con Game - Das tödliche Spiel

Ausgabe: DVD
Produktion: 2005

Snowy (Toni De Bruin) hatte sich die Übergabe vermutlich anders vorgestellt. Kokain gegen Geld. Doch jemand will ihn übers Ohr hauen. Ein heruntergekommener Kerl bedroht ihn mit Waffengewalt und hält gar nichts davon, das Geld im Gegenzug zu übergeben. Da kommt Snowys Frau gerade recht. Sie erschießt den brutalen Angreifer in Notwehr. Jetzt zeigt sich, dass Snowy, der knallharte Dealer, eigentlich ein Waschlappen ist. Der Plan seiner Frau, den Angreifer zu vergraben, scheint vernünftig. Aber Snowy kann sich nicht dazu durchringen. Schließlich übernimmt seine Frau den Job. Ob dieses Nichtstun das Faß zum Überlaufen bringt?
Snowy ist der Nächste, der von seiner Frau vergraben wird.

In tiefer Bewusstlosigkeit wird Snowy von Erinnerungsfetzen heimgesucht. Es sind keine guten Erinnerungen. Er versagt bei einer Prostituierten und scheint ein Verlierer auf der ganzen Linie zu sein. Als er aufwacht, sich aus dem Dreck befreien kann und Hilfe suchend in der Nacht auf einem einsamen Gehöft eintrifft, kommt er vom Regen in die Traufe, denn die Bewohner Josef (Axel Neumann) und Maria Liebknecht (Viola Kunze), sind nicht bereit, ihn wieder gehen zu lassen.
Eine Flucht scheitert. Schlimmer noch, Snowy findet die Leiche seiner Frau und wird beschuldigt, diese getötet zu haben. Snowy wird von Josef in einer kleinen Kammer angekettet, nackt und abgehärmt. Seine Kräfte schwinden und von dem kleinen Kriminellen, dem zuweilen die Flucht gelang, ist bald nicht mehr viel übrig. Die Tage wechseln sich ab mit der Plackerei auf den Feldern und den Nächten, in denen Snowy wie in Trance missbraucht wird.

Der junge Mann ist immer weniger Herr seiner selbst. Um die Kontrolle nicht zu verlieren, beginnt er damit, Buch zu führen. Die Seltsamkeiten häufen sich. Einerseits sucht ein Polizist nach ihm, andererseits, als er Snowy findet, unternimmt er … nichts. Langsam gewinnt Snowy seine Ruhe zurück, beobachtet.

Der Film baut seine Spannung aus seiner ungewöhnlichen Handlung und seinem seltsamen Setting auf. Wer ist noch nicht durch das Hinterland gefahren, in rheinischen Gefilden oder küstennahen Gebieten und hat sich über die Einsamkeit dieser Gegenden gewundert. Das einzige, was dort abgeht, mag ein Rotorblatt einer Windkraftanlage sein, die hier im Film so unermüdlich vor sich hin arbeitet.

In diese Landschaft verlegt es den Protagonisten Snowy. Mehrere Male versucht er die Flucht, aber angesichts der Landschaft wird deutlich, dass es dort nichts in der näheren Umgebung gibt, was erreichbar wäre. Die Atmosphäre hat ein wenig Endzeit-Feeling. Dazu tragen einerseits die Hofbewohner bei (Axel Neumann mit einer absolut grauenhaften Frisur), andererseits sind der alte Feuerwehr-Magirus und der Opel Admiral von der Polizei Indizien für eine ziemlich überdrehten Rückfall in Szenarien, die sich ein Rainer Werner Fassbinder ausgedacht haben könnte.
Zusammen mit Snowy erlebt der Zuschauer einen Alptraum. Zuerst wird er verraten, dann gefangen, gequält. Snowy ist ein Spielball. Dank einer fast dokumentarischen Aufnahme, die ebenso gnadenlos das Geschehen verfolgt wie die Aufnahme einer Flussüberquerung von Gnus. Man weiß einfach, gleich werden die Krokodile zuschlagen, nur wo genau, das ist die Überraschung.
Snowy taumelt geradezu von einer Flussüberquerung zur nächsten. Flucht, seine tote Frau finden, niedergeschlagen werden, nackt und gefesselt aufwachen. Toni De Bruin alias Snowy ist in seiner Rolle keineswegs zu beneiden.

Viola Kunze kann mich als sexsüchtige Maria nicht so sehr überzeugen, vielleicht weil sie zu echt wirkt, während der gesamte Film etwas comic-artiges an sich hat. Polizisten, die in durchsichtigen Regencapes herumlaufen, während es nicht regnet untermauern stetig diese abgedrehte Welt. Sehr positiv ist hervorzuheben, dass zu keiner Zeit ersichtlich ist, wohin die Handlung führen wird.

Will man diesen Film einordnen, fällt mir spontan der Begriff des Kammerspiels ein. Sicherlich spielt sie die Handlung auf einem Bauernhof ab und die Visionen Snowys handeln an gänzlich anderen Plätzen, dennoch wirkt alles sehr eingekastelt, beinahe eingeengt bedrohlich. Dieses Merkmal ist in deutschen Filmen (oder auch anteilig deutschen Filmen) nicht unüblich, wirkt sich aber auch nicht zum Nachteil aus, da auf diese Art eine Konzentration auf das Wesentliche erfolgt.
Szenen, die in irgendeiner Weise sinnlos sind, so genannte Lückenfüller, sucht man hier vergebens.

Spannend, erfrischend anders und gruselig.

[ mn ]


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Con Game - Das tödliche Spiel


 Geschichte
 Anspruch
 Humor
 Gewalt
 Erotik


Regie: Wolff, Wolf
Darsteller: De Bruin, Tony
Kunze, Viola
Neumann, Axel
Silbereisen, Peter


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