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Startseite » Film » SCIENCE FICTION » Mars Attacks!

SCIENCE FICTION: Mars Attacks!

Ausgabe: DVD
Produktion: 1996
Bestellen bei: Amazon

Inhalt:
Eine riesige Flotte steigt vom Mars auf und nimmt Kurs auf die Erde. Die ersten Bilder der Raumschiffe sorgen für Beunruhigung bei der menschlichen Bevölkerung. Der Stab rund um den amerikanischen Präsidenten (Jack Nicholson) ist sich uneins. Ein General (Rod Steiger) fordert die sofortige Mobilmachung, der nächste hält sich ganz raus. Ein Wissenschaftler (Pierce Brosnan) tendiert dazu, dass ein technologisch derart fortgeschrittenes Volk nur friedlich sein kann.
Die erste Begegnung verläuft zunächst sehr zufrieden stellend. Ein Übersetzungsgerät übermittelt die friedliche Botschaft der Marsianer, doch dann kommt alles ganz anders. Eine Friedenstaube, die aus den Besucherrängen der Begegnung aufsteigt, ruft bei den kleinen grünen Männchen einen unerklärlichen Akt der Aggression hervor. Zuerst wird die Taube abgeschossen, dann alles, was sich bewegt und menschlich aussieht.
Die Welt ist geschockt.

Wieder ist es der Wissenschaftler, der zur Ruhe mahnt. Es müsse sich dabei um ein kulturelles Missverständnis gehandelt haben. Die Tochter (Natalie Portman) des Präsidenten vermutet gar, dass ein Vogel bei den Marsianern Krieg bedeute. Man versucht einen neuen Anlauf. Der Botschafter der Marsianer entschuldigt sich und wird in den amerikanischen Kongress eingeladen. Das zweite Treffen gerät zum Massaker. Der amerikanische Kongress wird ausgelöscht. Nun geht es Schlag auf Schlag. Die Marsianer fallen über die Erde her. USA, Frankreich, England, Indien, nichts ist vor ihnen sicher. Die Kämpfe toben in Washington und Las Vegas, alles, was den US-Amerikanern heilig ist, löst sich in Rauch und Asche auf.

Die Wende im Kampf gegen die außerirdischen Invasoren folgt, als die Marsianer ein Altersheim überfallen. Hier sitzt eine kleine alte Frau, deren Leidenschaft eine ganz besondere Musik ist, auf die ein Außerirdischer schlicht mit einem platzenden Kopf reagiert. Das ist die Rettung.

Meinung:
Im berühmten Kampf der Welten waren es Bakterien, die das Aus für die Invasoren bedeuteten. Hier ist es Jodel-Andy. Doch dazu später mehr.

Wer Tim Burton Filme kennt, weiß, dass man als Zuschauer bei der ausufernden Phantasie des Regisseurs auf einiges gefasst sein muss. In einer Kette von Edward mit den Scherenhänden, Sleepy Hollow, Batman, Ed Wood reiht sich Mars Attacks mit seinem wohl durchdachten Irrsinn nahtlos ein. Um keine Irrtümer aufkommen zu lassen: Irrsinn hat bei Burton Methode und macht einen Heidenspaß.
In diesem Film hat sich Burton die klassischen Invasionsfilme der 50er Jahre vorgenommen und parodiert sie aufs Trefflichste. Nebenbei bekommt der amerikanische Lifestyle auch noch sein Fett weg. Das Aussehen der Außerirdischen geht zurück auf kleine Sammelkarten, die Szenen unterschiedlichster Natur zeigten, im schlimmsten Fall, was Außerirdische so alles mit menschlichen Gefangenen anstellen. Mit ihren Totenkopfgesichtern, ihren riesigen Gehirnen und ihren Plastikgewehren sind sie absolut übertrieben und natürlich nicht ernst zu nehmen. Burton zelebriert hier seinen Spaß an der Vernichtung des amerikanischen Traums, von dem am Ende nur noch Trümmer übrig sind.

Die Qualität seiner Filme lockt immer wieder die bekanntesten Schauspieler vor die Kamera. Denkwürdig in diesem Zusammenhang war wohl der letzte Auftritt von Vincent Price in Edward mit den Scherenhänden. Auch in Mars Attacks rief Burton und es hat den Anschein, als wollten alle dabei gewesen sein. Jack Nicholson, Pierce Brosnan, Annette Benning, Natalie Portman, Michael J. Fox, Glenn Close, Joe Don Baker, Danny DeVito, Tom Jones und Pam Grier sind nur einige Namen. Jack Nicholson übernahm gleich zwei Rollen.
Es mag daran liegen, dass alle ungestraft aus ihren gewohnten ernsthaften Rollen ausbrechen können. Nicholson ist ein Profi und sein Spiel als Präsident einerseits und versoffener Hotelier aus Las Vegas andererseits ist einfach gut.

Mars Attacks hatte an den Kinokassen mit Independence Day einen Konkurrenten, der ein ähnliches Thema vergleichsweise viel ernsthafter anging. Am Ende verlieren die Invasoren in beiden Filmen. Aber wo es in der Themenvariante von Roland Emmerich eine Atomrakete ist, die den Aliens den Garaus macht (die in Burtons Film im wahrsten Sinne des Wortes in der Pfeife geraucht wird), lassen Plattenaufnahmen eines furchtbaren amerikanischen Sängers (nein, nicht Tom Jones, der ist Engländer) den Invasoren durch die schrecklichen Jodelgesänge die Köpfe explodieren.
So ist es am Ende der Musikgeschmack einer Oma, der die Welt rettet, vielleicht ein versteckter Hinweis von Burton, um dem Jugendwahn eine Backpfeife zu verpassen. So sicher kann man sich bei diesem Regisseur nie sein.

Wer absurdes, wahnwitziges Kino mag, sollte sich diesen Film ansehen und mal wieder richtig ablachen.

[ mn ]


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Mars Attacks!


 Geschichte
 Anspruch
 Humor
 Gewalt
 Erotik


Regie: Burton, Tim
Musik: Elfman, Danny
Darsteller: Nicholson, Jack
Close, Glenn
Brosnan, Pierce
Benning, Annette


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