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HORROR: Van Helsing

Ausgabe: Kinofilm
Produktion: 2004
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Inhalt:
Transsylvanien. Dr. Frankenstein tätigt seinen berühmten Ausruf: Es lebt! Das aus Leichenteilen zusammengesetzte Monster hat die Kraft der Blitzeinschläge aufgenommen und bewegt sich nun. Dracula, Gast im Hause Frankenstein, ist begeistert. Er will Nutzen aus Frankensteins Forschungen ziehen. Doch Frankenstein weigert sich. Während drinnen eine Auseinandersetzung stattfindet, tobt draußen der Mob und will Frankenstein wegen seines frevelhaften Handelns lynchen.
Paris. Van Helsing geht seiner Arbeit nach. Ein Schrei in den nächtlichen Straßen lässt ihn aufmerksam werden. Mr. Hyde hat erneut zugeschlagen. Van Helsing findet nur noch die Leiche einer jungen Frau. Hoch oben auf der Notre Dame Kathedrale kommt es zum Kampf. Mr. Hyde ist ein wenig größer als Van Helsing und so hat der Jäger es ziemlich schwer den monströsen Gegner zur Strecke zu bringen.

Später in Rom. Van Helsing bekommt einen neuen Auftrag von einer geheimnisvollen, überkonfessionellen Organisation. Im fernen Transsylvanien leben noch zwei Mitglieder einer Familie, die sich geschworen hat, den Vampir Dracula zu töten. Erfüllen sie diesen Schwur nicht, werden Generationen von Familienmitgliedern nicht in das Himmelsreich gelangen. Van Helsing soll das verhindern. Gemeinsam mit einem Ordensbruder, der ihn unterstützen soll, macht er sich auf den Weg. Doch bereits bei ihrer Ankunft geraten sie nicht nur an eine äußerst misstrauische Dorfgemeinschaft, sondern sie müssen sich auch sogleich mit Draculas Bräuten auseinandersetzen. Da Van Helsing sogar eine der Bräute tötet, ist Dracula nicht sonderlich begeistert.
Seltsamerweise sind es die Dorfbewohner auch nicht.

Meinung:
Ein kunterbuntes Durcheinander. Gleich drei Schreckenskreaturen geben sich hier als Van Helsings Gegner die Ehre: Dracula, Frankensteins Monster und der Werwolf. Und wenn man es genau nehmen will, sogar Mr. Hyde. (Ja, genau der.)

Den Auftakt des Films bildet eine in Schwarzweiß gefilmte Sequenz, in welcher der Zuschauer Zeuge der Erweckung des Frankenstein Monsters wird. Diese Szenerie ist recht nostalgisch und altmodisch eingefangen. Überzogen theatralisch zwar, aber doch mit einiger Mühe. Leider, und das zieht sich durch den ganzen Film, weiß man als Zuschauer nicht recht, ob es nun gruselig oder komisch gemeint sein soll.
Weiter geht es in Paris. Der aufmerksame Zuschauer, der auch ein wenig belesen ist oder wenigstens ein paar Genre-Klassiker im Fernsehen gesehen hat, wird sich fragen, wie Mr. Myde alias Dr. Jekyll nach Paris kommt und warum er aussieht wie eine hellhäutige Version des Hulk. Wie auch immer, spätestens jetzt muss dem Zuschauer klar werden, dass er es mit einer Parodie zu tun hat. Allerdings eine Parodie, die vor Effekten nur so strotzt.

Lassen wir einmal die Effekte für den Moment beiseite. Filme derlei Art leben auch von ihrer Ausstattung, um Atmosphäre zu erzeugen. Bram Stoker’s Dracula ist ein Beispiel für eine opulente Form, einen Film in Szene zu setzen. Van Helsing steht dem in nichts nach, seien es Kostüme, Make-Up oder das Design der Umgebung und Gebäude. Bei letzteren setzen die Macher allerdings wieder auf Überspitzung. Nie war Draculas Burg höher oder die Brücken zu ihr länger, die Abgründe tiefer. Wer sich also nicht an realistisch comichaftem Unrealismus stört, erlebt wirklich ein Fest für das Auge.
Die Special-Effects stehen dem in Nichts nach. Nur ganz, ganz wenige Momente, in denen es mal nicht Schwindel erregend zur Sache, überbrücken zur nächsten Action-Szene. Da fliegt es, kracht es, geht es die Wände hoch und runter, rattern die Armbrustbolzen mit einer Vehemenz wie aus einer Stalinorgel. Und als wäre das noch nicht alles, verwandeln sich Vampire und Werwölfe alle Nase lang vor und zurück. Und eben diese Special-Effects sind der eigentliche Star der Geschichte. So überladen der Film durch seine auftretenden Figuren ist, so bombastisch ziehen die Effekte nach. Weniger ist mehr, wurde hier weiß Gott nicht beachtet.

Die Figuren, besser die Charaktere, bleiben ziemlich flach. Hugh Jackman ist zwar durch seine Ausstrahlung sehr dominant, aber er hat dem Feuerwerk der Effekte auch nichts entgegen zu setzen. Interessant ist, dass er nach seinen Auftritten in X-Men 1 und 2 wieder einmal seine wölfische Seite zeigen darf. Hoffentlich wird daraus nicht Gewohnheit, denn Jackman kann mehr, wie er in anderen Filmen beweisen durfte.
Wenn es eine Sympathiefigur in diesem Film gibt, dann ist es wohl, man höre und staune, das Frankenstein Monster. Es agiert am menschlichsten. Man gönnt ihm, dass es die Tour de Force unbeschadet überlebt.

Die zwei größten Fehltritte des Films äußern sich in seltsamen Zwergen und in Eiern, die angeblich von Vampiren stammen. Es bleibt uns erspart, mit anzusehen, wie diese Eier entstehen, und ich glaube, die Macher des Films wären bei entsprechenden Szenen in echte Erklärungsnot geraten.

Fazit: Kein Grusel- oder gar Horrorfilm, vielmehr ist Van Helsing ein Kessel Buntes. Ein Popcorn-Streifen, Hirn ausschalten, Alltag draußen lassen und hinein in die Geisterbahnfahrt mit doppeltem Looping. Dann funktioniert es auch und macht sogar Spaß.
Wem die klassischen Figuren des Grusel-Genres heilig sind, sollte einen großen Bogen um den Film machen.

[ mn ]


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Van Helsing


 Geschichte
 Anspruch
 Humor
 Gewalt
 Erotik


Regie: Sommers, Stephen
Musik: Silvestri, Alan
Darsteller: Jackman, Hugh
Beckinsale, Kate
Roxburgh, Richard
Wenham, David


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