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Startseite » Film » HORROR » Frankensteins Braut (1935)

HORROR: Frankensteins Braut (1935)

Ausgabe: DVD
Produktion: 1935
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Eine stürmische Nacht. Blitze zucken vom Himmel. Wohl behütet von einem schützenden Gemäuer verbringen Lord Byron (Gavin Gordon), Percy Shelley (Douglas Walton) und seine Frau Mary Wollstonecraft Shelley (Elsa Lanchester) den Abend im lockeren Gespräch. Byron spricht begeistert von der Geschichte, die Mary geschrieben hat. Noch zaudert sie, diese auch zu veröffentlichen. Als Percy einwirft, die Geschichte um das Monster von Frankenstein habe zu abrupt geendet, gibt Mary zu, dass die Geschichte noch nicht zu Ende sei.
Sie lässt sich von den beiden Männern nicht lange bitten und erzählt.

Nachdem die Mühle niedergebrannt ist, das Monster scheinbar tot, machen sich die Dorfbewohner auf den Heimweg. Hans, der Mann, der durch das Monster seine Tochter verlor, will erst wieder ruhig schlafen, wenn er die verkohlten Gebeine des Monsters gesehen hat. Doch das letzte, was er sieht, ist das Monster höchstpersönlich. Seiner Frau ergeht es nicht besser.
Baron Frankenstein (Colin Clive) unterdessen macht während seiner Genesung die Bekanntschaft mit dem undurchsichtigen Dr. Pretorius (Ernest Thesiger). Dieser Wissenschaftler, der aus Frankensteins ehemaliger Universität hinausgeworfen wurde, hat seine eigenen Experimente durchgeführt. Heraus kamen Homunkuli, winzige Menschen, magisch erschaffen, mit nur wenigen menschlichen Eigenschaften. Pretorius ist überzeugt, dass eine Zusammenarbeit zwischen ihm und Frankenstein eine neue Rasse schaffen wird. Man könne aber auch der Natur ihren Lauf lassen und dem Monster ein Weib zur Seite stellen. Frankenstein schreckt zurück. Er fühlt den Verrat, den er am Leben und am Tod begangen hat.

Derweil erfährt die einsame Kreatur (Boris Karloff) ein wenig Mitleid und Fürsorge. Ein blinder Einsiedler nimmt sich seiner an, gibt ihm Obdach und lehrt ihn das Sprechen. Die Idylle währt nur kurz. Bald ist das Monster wieder auf der Flucht. In einer Friedhofsgruft trifft es auf Pretorius. Obwohl absolut ungleich, schließen die beiden einen Pakt: Frankenstein muss gezwungen werden, eine Frau zu erschaffen.

Ganz selten ist eine Fortsetzung besser als Original. Mit Frankensteins Braut ist genau das der Fall. Der Auftakt der Geschichte greift eine (angebliche) wahre Begebenheit auf, jene ominösen Treffen von Lord Byron und seinen Freunden. Skandalös waren die Treffen, die Spielchen damals, heute wären sie nur noch eine Anekdote. Ungewöhnlich jedenfalls, auch aus heutiger Sicht, ist die Tatsache, dass eine zarte junge Frau sich diese grauenhafte Geschichte ausgedacht. Eine Frau, die sich nach eigener Aussage bei einem Gewitter fürchtet.

Im Gegensatz zum Vorläufer, bei dem Grusel Trumpf ist, lässt der Nachfolger auch eine gehörige Portion Humor einfließen. Mit dafür verantwortlich ist auch Una O’Connor. Diese Dame sorgte auch in anderen alten Hollywood Produktionen für gute Laune. So spielte sie an der Seite von Erol Flynn (Robin Hood, Sea Hawk), aber auch neben dem großen Charles Laughton (Das Gespenst von Canterville). So mancher Satz von ihr, der als Selbstgespräch gedeutet werden kann, wirkt heute unmodern, aber das sollte man diesem Klassiker nachsehen.
Auch Boris Karloff hat seine Momente. Seine Sprachlektion entbehrt nicht einer gewissen Komik. Auf jeden Fall für einen Lacher gut sind die Homunkuli. Der kleine König, der unsterblich in die kleine Königin verliebt ist und aus seinem Behältnis ausbricht, um zu ihr zu gelangen, ist herrlich putzig anzuschauen. Die Tricktechnik, die hier aufgeboten wird, ist außerdem sehr gelungen (immerhin ist der Film von 1935).

Am Ende kommt auch der Horror nicht zu kurz. Es stellt sich die Frage, ob die zunehmende Intelligenz des Monsters und sein Bündnis mit Pretorius diesen Horror noch schüren. Letztlich ist das Monster mit all seinen Facetten (so auch Trauer) in diesem Film viel glaubwürdiger als zuvor. Sein Wunsch nach einer Frau führt schließlich zu einer der bedeutendsten Begegnungen der Filmgeschichte. Wenn das weibliche Monster (Elsa Lanchester in einer Doppelrolle) erwacht und aber auch gar nichts mit seinem männlichen Pendant anfangen kann, ist das selbst nach 70 Jahren immer noch hervorragend.

[ mn ]


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Frankensteins Braut (1935)


 Geschichte
 Anspruch
 Humor
 Gewalt
 Erotik


Regie: Whale, James
Kamera: Mescall, John J.
Musik: Waxman, Franz
Darsteller: Clive, Colin
Karloff, Boris
Lanchester, Elsa
Thesiger, Ernest


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