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Startseite » Film » HORROR » Frankenstein (1931)

HORROR: Frankenstein (1931)

Ausgabe: DVD
Produktion: 1931
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Dr. Frankenstein (Colin Clive) und sein Gehilfe Fritz (Dwight Frye) beobachten eine Beerdigung. Sie können es kaum erwarten, bis der Totengräber seine Arbeit getan hat und sie selbst ihr Werk beginnen können. Kaum hat der letzte der Anwesenden den Friedhof verlassen, hasten die beiden unwillkommenen Gäste zu dem Grab. Sie bergen den Sarg und schleppen ihn davon. Auf ihrem Weg zu dem ehemaligen Wachturm, wo Frankenstein sein Labor eingerichtet hat, kommen sie an einem frisch Erhängten vorbei. Das Genick des Toten ist gebrochen. Dr. Frankenstein stellt fest, dass er dieses Gehirn nicht gebrauchen kann.

In einer nahe gelegenen Universität folgt Fritz dem Befehl seines Herrn und stiehlt ein Gehirn. Doch der bucklige Diener nimmt seine Arbeit nicht sehr genau. Er stiehlt das Gehirn eines Mörders und Verbrechers.
Derweil macht sich Frankensteins Verlobte Elizabeth (Mae Clarke) große Sorgen. Vor vier Monaten hörte sie zuletzt von Henry. Mit Hilfe seines Freundes Victor (John Boles) und seinem ehemaligen Lehrer Dr. Waldman (Edward van Sloan) machen sie sich auf, um Henry zu besuchen. Der Augenblick ist schlecht gewählt. Diese stürmische Nacht hat Frankenstein dazu auserkoren, seinen größten Triumph zu schaffen. Auf dem Labortisch liegt die Kreatur, die er zum Leben zu erwecken gedenkt. Eine Kreatur, die nie so gelebt hat, allenfalls Teile von ihr.
Und schließlich erschallt Frankensteins Ruf: Es lebt!

Der stimmungsvolle Grusel, der klassische Horror hat erst in den letzten Jahren wieder einen Neuanfang erlebt. Wegweisend für diesen Neuanfang war wohl Bram Stoker’s Dracula von Francis Ford Coppola. Das ändert jedoch nichts daran, dass die Frankenstein Verfilmung von 1931 mit Boris Karloff als Monster die wichtigste Vorlage lieferte. Die ganze Aufmachung, von der Beleuchtung über den szenischen Aufbau bis hin zur Theatralik der Aufnahmen, zeigt die noch starke Verwandtschaft zum Stummfilm und natürlich zum Theater selbst.

Die Verfilmung ist nur an das Buch angelehnt, auf eine aufkeimende Intelligenz des Monsters wird gänzlich verzichtet. Boris Karloffs Monster agiert instinktiv, gefühlsmäßig, Erinnerungsfetzen mögen sein Handeln bestimmen, mehr aber auch nicht. Die Szene mit dem kleinen Mädchen am Teich ist legendär und der unterschwellige wie auch der drastische Horror, der hier zum Tragen kommt, wirkt auch heute noch unverändert.
Fritz, der das Monster quält, ist eines der vielen Bilder dieses Films. Eine von der Natur und den Menschen vernachlässigte Kreatur lässt ihren Hass an einem noch viel ärmeren Wesen aus.
Und in der Konsequenz war es wieder maßloser Forscherdrang über jede Ethik hinaus, der es ermöglichte, dass eine Kreatur wie das Monster überhaupt das Licht der Welt erblickte. Wie zeitlos dieses Motiv ist, lässt sich sogar aus tagesaktuellen Meldungen ablesen.

Das Monster ist der Star dieser Geschichte. Der kleine Gag, den man sich seinerzeit erlaubte, neben dem Monster in der Besetzungsliste keinen Schauspielernamen, sondern ein Fragezeichen aufzuführen, schmälert Karloffs Leistung in keiner Weise. Eigentlich benötigte er überhaupt keine Maskerade, denn er ist in der Lage, ungeheuer viel Ausdruck in sein Gesicht zu legen. Die Angst ist ebenso echt wie der Zorn.

Ein heimlicher Hauptdarsteller ist die Kulisse des Films. So viele Szenen wirken wie kleine Schwarzweiß-Gemälde und sind herausragend. Die Begegnung Frankensteins mit seiner Kreatur auf einer Anhöhe ist nur eines der ganz wenigen Beispiele, wie mit wenigen Mitteln eine starke Wirkung erzielt werden kann.
Wenn ein Film das Wort Klassiker verdient hat, dann unbestritten dieser Frankenstein.

[ mn ]


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Frankenstein (1931)


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Regie: Whale, James
Kamera: Edeson, Arthur
Musik: Kaun, Bernhard
Darsteller: Clive, Colin
Karloff, Boris
Clarke, Mae
Boles, John


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