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HISTORIE: Quo Vadis

Ausgabe: Video
Produktion: 1951
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Inhalt:
Marcus Vinicius (Robert Taylor), Kommandant der 14. Legion, kehrt nach einem langen Feldzug in Britannien an der Spitze seiner Truppen nach Rom zurück. Doch Prätorianer hindern ihn daran, sofort in die Stadt einzuziehen.
Empört eilt er zum kaiserlichen Palast. Kaiser Nero (Peter Ustinov) beruhigt Marcus. Das Volk verlange ein Schauspiel. Marcus solle die Ankunft eines weiteren Heeres abwarten, dann könne ein gemeinsamer Triumphzug durch Rom stattfinden. Marcus nimmt derweil die Gastfreundschaft des alten Generals Aulus Plautius (Felix Aylmer) an. Er begegnet der Tochter des Generals und ist verzaubert. Lygia (Deborah Kerr) ist hin und her gerissen. Einerseits fühlt sie sich von dem stattlichen Mann angezogen, andererseits stößt seine kriegerische Seite sie ab.
Was Marcus nicht weiß, ist, dass die Familie des Plautius einer jungen Sekte angehören: Christen. Eine Begegnung mit einem wandernden Rabbiner namens Paulus lässt Marcus glauben, dass der General Plautius auf seine alten Tage weich geworden ist und seine Familie mit ihm. Aber Lygia geht ihm nicht aus dem Kopf.
Von seinem Onkel Petronius erfährt er um Lygias wahre Herkunft. Sie ist eine römische Geisel, die von Plautius wie eine Tochter erzogen worden ist. Nun hält Marcus nichts mehr. Von Kaiser Nero erbittet er sich eine Gunst: Lygia soll ihm übergeben werden. Schließlich ist sie eine Geisel, mit der der römische Staat, insbesondere der Kaiser, verfahren kann, wie er will. Lygia indes wird von diesem Verhalten nur weiter abgestoßen.

In der Zwischenzeit plant Kaiser Nero sein großes Epos. Unbeabsichtigt angestiftet von seinem Berater Petronius, der erklärt, ein Künstler müsse seine Kunst durchleben, plant Nero, Rom niederbrennen zu lassen, um dazu zu singen.
Aber das Volk ist nicht dumm. Es hat gesehen, wie die Prätorianer die Gebäude in Brand steckten. Neros Frau Pompeia findet einen Sündenbock. Nero lässt verkünden, die Christen hätten das Feuer gelegt. So weit man ihrer habhaft wird, werden alle Christen Roms eingesperrt, darunter auch die Familie des Plautius und somit auch Lygia. Marcus, der sich endlich uneigennützig zu Lygia bekennt, wird ebenfalls verhaftet.

Bald hallt der Circus Maximus von den Schreien – und den Gesängen – der zum Tode Verurteilten wider. Und Nero besiegelt seinen Niedergang.

Meinung:
Quo Vadis ist neben Ben Hur und Cleopatra (1963) der Historien-Klassiker schlechthin. Robert Taylor ein Star seiner Zeit und in geschichtlichen Filmen nicht unbedarft (Die Ritter der Tafelrunde, Ivanhoe), brilliert in der Rolle des Römers des Marcus Vinicius. Seine Wandlung vom Saulus zum Paulus ist eines der Themen, die der Film behandelt. Seine Liebe zu Lygia ist zuerst von reinem Verlangen dominiert, erst als sie in Gefahr gerät, wird ihm bewusst, was sie ihm tatsächlich bedeutet. Gleichwohl, und das ist erfreulich anzumerken, wechselt er nicht automatisch zum Christentum über. Als römischer Soldat jedoch bewundert er die Standhaftigkeit der Christen im Angesicht des Todes.
Peter Ustinov hatte der Darstellung des Kaisers Nero wohl die Rolle seines Lebens. Sein Nero wandelt zwischen kindlicher Brutalität und Willkür, Selbstüberschätzung und Wahnsinn. Sein Nero lacht, weint, singt und ereifert sich und wie er sich auch benimmt, sein Verhalten ist stets der Befehl um Anteilnahme. Als Nero beherrscht er die Szenen, in denen er auftritt und spielt so ziemlich jeden anderen an die Wand. Nero konnte nur als Nebenfigur funktionieren, denn Ustinovs Nero ist zu mächtig und hätte sonst die Handlung zu sehr in den Hintergrund gerückt.
Sein direkter Gegenspieler, Leo Genn in der Rolle des Petronius, macht sich perfekt als intelligenter Schmeichler, dem es gelingt Nero einerseits zu beleidigen, um ihm im nächsten Moment Honig um den Bart zu schmieren und von Nero ob seiner Ehrlichkeit noch Lob erfährt. Köstlich anzuschauen ist, wenn der Hofstaat um Nero schon mit Petronius’ Ableben rechnet, da der schlaue Römer wieder einmal gegen des Kaisers Begabung spricht.
Deborah Kerr, in der Rolle der Lygia, spielt eine Unschuld, die beinahe ein wenig zu unschuldig ist. Wohl auch aus diesem Grund fühlt sich Marcus von ihr angezogen, hat er doch nach eigener Aussage die letzten Jahre in einem Land verbracht, in dem sich die Frauen mit Hirschfett einreiben. Lygia spiegelt neben ihrer Unschuld auch eine gewisse Naivität wider. Einerseits weiß sie um die Vorsicht, die Christen in dieser Zeit walten lassen müssen, andererseits ist ihre offene Rede nicht dazu angetan, Marcus für sie einzunehmen. Da sie zu keiner Zeit weiß, wie er als römischer Offizier auf ihr Geheimnis reagieren wird, ist sie sogar sehr leichtsinnig. Wie leichtsinnig, zeigt sich relativ zu Beginn, als Marcus Lygia sich übereignen lässt.

Die kleinen darstellerischen Zuckerstückchen am Rand sind Buddy Baer, dessen Name durchaus Programm ist, und natürlich Finlay Currie, der hier den besten Petrus der Filmgeschichte gibt.
Buddy Baer als Ursus, spielt Lygias Beschützer. Er kann diesen Status mehr als einmal unter Beweis stellen und obwohl er recht schweigsam agiert, hat auch seine Rolle Gewicht. Ein Mann, der einen der erfolgreichsten Gladiatoren tötet und hinterher entgegen aller römischen Lebensart keinen Stolz sondern Schande empfindet. Sein Kampf gegen den Stier im Circus Maximus hat Filmgeschichte geschrieben.

Neben den tollen schauspielerischen Leistungen und der dramatischen Handlung besticht natürlich die Ausstattung. Kostüme und Kulissen, die in Szene gesetzten Feiern, Paraden und Kämpfe können heute umso mehr beeindrucken, da sie ohne Computer auskommen mussten und heute gar nicht mehr finanzierbar wären.
Echte Cineasten und Fans von Historienfilmen können sich diesen klassischen Monumentalfilm nicht entgehen lassen. Und ein Film, der sich auch nach dieser langen Zeit nicht hinter aktuellen Monumentalfilmen nicht zu verstecken braucht. Zeitlos gut!

[ mn ]


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Quo Vadis


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Regie: LeRoy, Mervin
Darsteller: Taylor, Robert
Kerr, Deborah
Ustinov, Peter
Genn, Leo


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